Multimediakonzept

Bundeszentrale für politische Bildung

[R-slider id=“4″]

Fotos: Smilla Dankert

Vom 19. bis 21. März 2015 tagte in Duisburg der 13. Bundeskongress politische Bildung zum Thema „Ungleichheiten in der Demokratie“. Neben Fragen des alltäglichen Zusammenlebens standen auch große Zukunftsfragen wie die Folgen der Digitalisierung oder durch Bio-Enhancement auf der Tagesordnung.

Organisiert wurde der Kongress u.a. von der Bundeszentrale für politische Bildung, die in Anbetracht des Themas Duisburg bewusst als Veranstaltungsort auswählte. Die Stadt, die unter den Folgen globaler Probleme besonders leidet und von Entwicklungen wie dem demografischen Wandel, der Veränderung der Arbeitswelt oder aber Armutszuwanderung schon heute besonders betroffen ist.

Ziel des Kongresses war es, Wissenschaftler aus dem Bereich der politsichen Bildung mit Praktikern zusammenzubringen und Erfahrungen aus Duisburg in den Kongress einfließen zu lassen. Denn Theorie ist zwar gut und schön, verliert jedoch an Wert, wenn sie an der Praxis vorbei formuliert wird. Unter dem Motto „Das sagt DU“ entwickelte ich gemeinsam mit meinem Kompagnon Halil Özet für dieses Vorhaben ein partizipatives Multimediakonzept.

Ein Video-Trailer und eine Video-Clip-Reihe, die Menschen und Initiativen aus Duisburg vorstellte, die durch ihr Tun Ungleichheiten in der Stadtgesellschaft entgegenwirken, bildeten den Auftakt. Die Videos wurden im Wochentakt in der Rubrik „Das sagt DU“  auf dem kongressbegleitenden Blog der BpB gepostet und über Social Medie Kanäle weiter verbreitet.

Trailer

 

Beispiel Syntopia Hochfeld

 

Zudem flossen die Ideen der Protagonisten der „Das sag DU“-Reihe zur lokalen politischen Teilhabe  per Video-Einspieler  in den Kongress ein. Kern der Auftaktveranstaltung war ein Impulsreferat des amerik. Politologen Prof. Dr. Benjamin Barber. Als Gegner der repräsentativen Demokratie beschäftigt sich Barber in seinen Theorien vor allem mit der Macht und den Einflussmöglichkeit von Städten und Kommunen auf politische Prozesse. Seine Rede übertrugen wir per Live-Stream ins World-Wide-Web und sammelt vor Ort Stimmungsbilder. Und das sagte „DU“ dazu…

Um für weiteren, direkten Austausch zwischen dem „Elfenbeinturm“ des Kongresses und den Realiltäten in der Stadt zu sorgen, organisierten wir parallel zu den Kongresssektionen „Entwicklung der Städte“ und „Ausgrenzung und Teilhabe“ Live-Streamings an zwei symbolischen Orten der Stadt, die von Leerstand, wie auch von gesellschaftlicher Stigmatisierung und Exklusion geprägt sind. Bei den offenen Veranstaltungen hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Kongress-Diskussion per Live-Stream mitzuverfolgen und ihre Fragen und Meinungen via Twitter in den Kongress zurück zu spielen. Die Live-Streams  wurden vor Ort ebenfalls filmisch begleitet und dokumentiert.

Darüber hinaus aktivierten wir Blogger des freien Onlinemagazins „Ruhrbarone„, die den gesamten Kongress und den begleitenden Partizipations-Ansatz journalistisch verfolgten.

Im Juli 2015 luden wir alle Beteiligten, d.h. die Veranstaltungsorganisatoren von der Bundeszentrale, die anwesenden Filmemacher und Journalisten sowie die Stimmen von „Das sagt DU“ zu einem gemeinsamen Filmabend und Reflexionsgespräch ins Lokal-Harmonie im Hafenviertel ein. Das Fazit: Die Kongressteilnehmer waren begeistert von den persönlichen Geschichten und Impulsen der Duisburger, doch die räumliche Trennung durch das Live-Streaming hat den eigentlichen Partizipations-Gedanken unterlaufen. Trotz der Möglichkeiten modernster Technik wäre es zielführender gewesen, die Akteure einfach als Podiumsteilnehmer zum Kongress einzuladen und so für einen direkten Austausch mit den Politikwissenschaftlern zu sorgen. Trotz des engen thematischen Bezugs konnte der Kongress darüberhinaus die Stadtgesellschaft nicht erreichen. Und die Lösungsansätze des hochkarätig besetzen Kongresses waren leider auch kein Thema für die lokalen Massenmedien.

Weitere Links:

TV-Interview mit dem Duisburger Lokalsender Studio 47

Kongressbegleitender-Blog der BpB

Ruhrbarone – Ein Teil des Puzzles fehlt

Ruhrbarone – Demokratie – Wieviel Gleichheit ist möglich?